Geständnis einer Alt-Emanze: Politisch korrektes Gendern geht mir maximal auf den Senkel!

„Dieser Podcast richtet sich an Autor:innen, Texter:innen, Künstler:innen…“ Schwupps – ausgeschaltet und weiter gesucht. Gendern? Nicht so! Nicht mit meinen Ohren!

ICH WILL ES NICHT MEHR HÖREN!!!

Wenn nur schriftlich gegendert wird, kann ich damit leben. Den Doppelpunkt finde ich sozialkompatibel und wenig störend. Aber wenn die Menschen dann auch noch den Doppelpunkt mitsprechen, ist meine Erträglichkeitsgrenze überschritten!

Wusstest Du übrigens, dass es inzwischen sogar ein Wörterbuch zum Gendern gibt???

Muss ich als emanzipierte Frau gendern?

Ja, ich habe als junge FrauDie Töchter Egalias„, „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ und einige „Emanzenbücher“ mehr gelesen.

Ja, ich rege mich noch heute über eine rein männliche Formulierung auf.

Ja, ich halte mich für eine äußerst emanzipierte Frau mit sehr viel mehr als nur einem Hang zum Feminismus.

Nein, ich bin kein getarnter alter, weißer Mann!

Aber ich hätte auch nicht gedacht, dass es gerade mal eineinhalb Jahre nach meinen Überlegungen zum generischen Femininum noch schlimmer werden könnte. Dass frau sich jetzt auch noch die politische Korrektheit anhören muss.

Das Titelbild des ersten Artikels zum Gendern: Sabine Scholze hält ihr eigenes Buch in der Hand.
Das Beitragsbild zu „Warum ich Sie ab heute „Du“ nenne und das Generische Femininum benutze

Manchmal fühle ich mich wie Harriet Oleson aus „Unsere kleine Farm“. (Wenn Du deutlich unter 40 Jahre alt bist, kennst Du dieses Serie von 1974 wahrscheinlich nicht mehr.) Darum eine kurze Erklärung: Harriet Olson war eine echte Beißzange. Und führte gemeinsam mit ihrem Mann Nels den kleinen Laden in Walnut Grove. Eigentlich führte sie auch ihren Mann… 😉 Auf die Frage einer verarmten Farmerin, ob sie denn nicht einmal ihr weibliches Herz entdecken und anschreiben könne, antwortete Harriet Oleson: „Ich bin keine Frau, ich bin Kaufmann!

Ich, die Alt-Emanze, betitele mich manchmal schon aus lauter Trotz mit männlichen Begriffen. Und nenne mich gern einmal „Schreiberling“ („Schreiberling:in“ würde wohl auch zu weit führen) oder Creator.

Mal gut, dass es die englische Sprache gibt. Die macht dieses gendernde Affentheater nicht. Da gibt es ein Wort für alle.

Gendern? Nicht hier!

Ist es Dir schon aufgefallen, dass ich auf meiner Website ausschließlich die weibliche Form verwende? Wenn ich es ausnahmsweise nicht tue, weil ich ein Märchen erzähle oder ein Gedicht dichte, weise ich manchmal sogar extra darauf hin.

Dazu eine kleine Geschichte: Zu meiner Tätigkeit als Existenzgründungsberaterin und Nachgründungscoach (nein, ich schreibe nicht „Coach:in“!!!) gehörte auch das Erstellen von so genannten Tragfähigkeitsgutachten und Berichten an das Fallmanagement, wenn eine meiner Klientinnen zusätzlich zu ihrer selbständigen Tätigkeit ALG II bezog. Hier habe ich grundsätzlich die weibliche Form benutzt – auch, wenn meine Klientin ein Mann war. Und weißt Du was: Niemand hat’s gemerkt!

Das kann entweder bedeuten, dass es wirklich unbemerkt blieb. Oder dass meine Berichte und Gutachten nicht gelesen wurden. Oder dass es zwar wahrgenommen wurde, den Leserinnen aber egal war, weil sie sich ausschließlich für den Inhalt interessierten.

Meine Überzeugung, dass wir Frauen mehrere Jahrhundert Geschlechterungerechtigkeit – auch in der Sprache – aufholen müssen, ist auch durch den Doppelpunkt nicht ins Wanken geraten. Deshalb bin ich wild entschlossen, mindestens bis ins Jahr 2059 möglichst ausschließlich mit dem generischen Femininum zu arbeiten. Und nach mir die Genderflut.

Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst, dass die eine oder andere Leserin anderer Meinung sein wird. Und weil mir andere Meinungen wichtig sind, würde ich mich über Deinen Kommentar sehr freuen: Was ist Deine Meinung zum Gendern?

Es könnte ja auch möglich sein, dass die Menschen unter 30 gar kein Problem mit gegenderter Sprache haben, weil es für sie inzwischen völlig normal ist. Auch dann schreibe mir gern!

Genauso freue ich natürlich, wenn Du es so siehst wie ich und das in die Kommentare schreibst. 😉

Eine letzte Frage hätte ich allerdings noch: Kann es sein, dass Mannsvolk anwesend ist? Wenn ja: Du bist immer mitgemeint. Ehrlich!

2 Kommentare zu „Geständnis einer Alt-Emanze: Politisch korrektes Gendern geht mir maximal auf den Senkel!

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