Die wundersame Geschichte vom arbeitsscheuen Flaschengeist – 5x anders erzählt

Es war einmal, vor gar nicht so langer Zeit, als sich eine Gruppe wunderbarer Frauen aufmachte, den November zum FLOWember zu machen.

Eines Tages stießen sie auf eine neue Aufgabe. Sie sollten eine Geschichte zu Ende erzählen.

Und so fing alles an:

Der arbeitsscheue Flaschengeist

Bei einem Deiner Spaziergänge entdeckst Du eine Höhle, die Dir vorher noch nie aufgefallen war. Natürlich bist Du neugierig. Also betrittst Du die Höhle und gehst langsam weiter, um sie zu erkunden.

Auf einmal scheint es, als ob es in einer Ecke leuchtet, in einem ganz seltsamen Licht. Du gehst dorthin und entdeckst dort eine altmodische Öllampe. Natürlich befindet sich in dieser Lampe auch ein Geist.

Wir alle kennen das Märchen von Aladin und der Wunderlampe. Du auch. Also beginnst Du das Glas zu reiben und murmelst alle Zaubersprüche, die Dir einfallen.

Und siehe da: Es funktioniert! Der Geist windet sich langsam aus der Lampe, reckt und streckt sich, fasst sich an den Rücken und sagt mit tiefer, grollender Stimme: „Das wurde aber auch Zeit! Dieses jahrelange bewegungslose Sitzen ist gar nicht gut für die Bandscheiben!“ Damit dreht er sich um und marschiert Richtung Höhlenausgang.

„Aberaberaber…“ rufst Du ihm hinterher. „Ich muss mir doch noch etwas wünschen!“

„Sorry, so ein Geist bin ich nicht. Beim Wunscherfüllungskurs habe ich geschwänzt.“

Du holst tief Luft und …

Weitererzählt von Veronika Stix

Interviews mit Wunderfrauen Veronika Stix Beitragsbild
Veronika Stix, Seelenmentorin, Österreich

Du holst tief Luft und zählst bis zehn. Das hilft immer, wenn etwas unglaubliches passiert. Egal, ob unglaublich unerhört oder unglaublich fantastisch. Und weil du ein Wesen der Schwingung und Frequenzen bist, summst und hmmst und tönst du dabei.

Als die Klänge den Höhleneingang und somit des Lampengeists Ohren erreicht, verharrt er in der Bewegung. Du bemerkst es erst, als er sich langsam umdreht und dich zum ersten Mal wirklich wahrzunehmen scheint.

„Was?“ fragst du.

„Wieso tust du das?“ fragt er.

„Wieso tu ich was?“

„Na dieses … diese … also diese Dinge, die du da fabrizierst. Reden ist das nicht.“ Er sieht dich prüfend an. „Schreien aber auch nicht.“ Der Lampengeist sieht dich ratlos an. „Ist dir vielleicht nicht gut?“

Du merkst, wie du ungehalten wirst. Erst erschreckt dich dieser ungehobelte Geist so, dass die schöne alte Lampe fallen hast lassen. Dann wischt er dein ganzes Wissen über Lampengeister einfach beiseite. Ok, zugegeben, das Wissen scheint auf nicht ganz so stabilen Beinen gestanden zu haben. Aber dennoch, das hätte er auch freundlicher machen können. Wo warst du… ach ja, dann lässt er dich einfach stehen und marschiert davon – um jetzt auch noch das infrage zu stellen, was dich immer beruhigt und fröhlich stimmt, dein Summen und Tönen.

„Mir ist sogar sehr gut. Ich lag schließlich nicht ewig auf der faulen Haut sondern bin meinen Träumen gefolgt. Und das mach ich jetzt auch weiterhin.“ Mit diesen Worten lässt diesmal DU IHN stehen und marschierst aus der Höhle. Soll er doch machen, was er will. Du hast schließlich anderes zu tun. Immerhin sollte dieser Spaziergang doch deinen Knoten im Kopf lösen, sodass wieder etwas Fluss in deine Arbeit kommt.

Die Gedanken an die anstehenden Workshops und Termine lassen dich lächeln. Du siehst den vollen Zoom-Raum schon vor … rrrrums. Mit voller Wucht läufst du in den Lampengeist, der plötzlich genau vor dir auftaucht.

„Typisch Mann“, zischt du grummelig – und fragst ihn, was er jetzt von dir will. Er stupst mit einem beringten Zeigefinger gegen dein Brustbein und verlangt: „Sag mir, was du da gemacht hast! Ich muss das wissen.“

Du verdrehst die Augen. „Singen nennt man das. Summen. Tönen. Musik machen.“ Du siehst die Fragezeichen über seinem Kopf. Du holst abermals tief Luft und sagst: „Es ist die Sprache des Herzens. Der Seele. Sie braucht keine Worte, kann sie aber nutzen.“

Der Lampengeist wird plötzlich ganz aufgeregt. Mit einem Fingerschnippen befördert er euch beide zum nahegelegenen Teich, über dem leichter Nebel wabert. Ein weiteres Fingerschnippen lässt zwei Baumstümpfe aus der Erde wachsen, sich zu gemütlichen Sesseln formen. Weiche Moospolster sprießen und er zeigt aufgeregt auf den Platz.

„Hier, machs dir gemütlich. Kannst du das nochmal machen?“

Jetzt muss sie lächeln. „Ist das dein Wunsch?“ fragt sie verschmitzt.

Er wird doch tatsächlich etwas rot.

„Sieht so aus, als hättest du Wünschen 101 nicht geschwänzt.“ Jetzt muss sie lachen. Und aus dem Lachen wird ein Tönen. Ein Summen. Ein Singen.

Schließlich geschieht es nicht alle Tage, dass man einem Dschinn einen Wunsch erfüllen kann.

© Veronika magica Stix, 16.11.2022

Weitererzählt von Daniela Schillmöller

Daniela Schillmoeller
Daniela Schillmöller, Glückspraktikerin, Deutschland

Du holst tief Luft und ..

… rufst ihm hinterher: „alles klar, dann mach dich vom Acker. Ich weiß eh besser was ich mir wie wünsche und vor allem wie ich das umsetze.“

„Oha“, erwidert der Geist. „Das klingt voll interessant. Kannst du mir das beibringen?“

„Na klar. Komm mit mir mit, dann erzähl ich dir alles. Und weißt du was das Beste ist – ich kann dir eine gute Physiotherapeutin empfehlen.“

„Prima, das sind tolle Neuigkeiten, danke, dass du mich befreit hast“, spricht der Geist und gemeinsam schlendert ihr munter quasselnd und Wünsche formulierend und wünschend aus dem Wald raus in Richtung Physio-Praxis.

© Daniela Schillmöller, 16.11.2022

Weitererzählt von Heidrun Brüning

Bild Heidrun Geist
Heidrun Brüning, Life Coach, Belgien

….Ich will meinen Ohren nicht trauen. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Da trifft man einmal im Leben einen waschechten Lampengeist und ein Märchen wird wahr – und dann sowas????

Fassungslos haste ich dem Geist hinterher. „Hey, warte mal. Das kannst du doch nicht machen. Lass uns doch wenigstens reden…“

Der Geist dreht sich misstrauisch um: „Hinterher muss ich dann wieder in die olle Lampe. Das kenne ich schon. Nee, nee, diesmal passiert mir das nicht.“

„Aber wo willst du denn hin? Und überhaupt, wie? Kannst du vielleicht fliegen? Ich verspreche dir hoch und heilig, dass ich dich nicht wieder in die Lampe verbanne. Schau: Ich hab sie gar nicht mitgenommen. Die liegt noch in der Höhle und da kann sie wegen mir auch bleiben.“

Ein wenig zweifelnd, aber nicht mehr ganz so abweisend, wendet sich mir der Geist zu. „Was willst du von mir? Ich kann nichts für dich tun!“ Und schon schwingt er sich in die Lüfte, um sich aus dem Staub zu machen. Mit einem raschen Griff erhasche ich so gerade noch seinen langen Umhang und eh ich mich versehe, zieht er mich mit sich nach oben.

Ist das herrlich – hoch über dem bunten Wald schweben, meine vertraute Welt von oben betrachten. Die Weite genießen, den Wind in meinen Haaren spüren, ein Rauschen in den Ohren. Alles erscheint so klein von hier oben, mein Herz weitet sich, ein großes Glück durchströmt mich.

Da merkt der Geist, dass ich ihm noch am Rockzipfel hänge. Unvermittelt stoppt er in der Luft, ich werde jäh nach hinten gerissen und verliere den Saum seines Umhangs. Ich falle, falle, falle, die Erde stürzt rasend schnell auf mich zu.

Doch bevor ein Schrei meiner Kehle entweicht, wache ich auf – Zuhause in meinem ‚Bett. Na sowas – alles nur geträumt.

© Heidrung Brünig, 16.11.2022

Weitererzählt von Nicole Isermann

Bild Nicole2 Geist
Nicole Isermann, Journalistin, Redakteurin, Texterin, Bloggerin aus Deutschland

… machst den Mund wieder zu. Verdattert schaust du dem frechen Geist hinterher. „Was erlaubt sich dieser unverschämte Bengel eigentlich?“, denkst du dir und merkst, wie du so richtig wütend wirst. Schnell stürmst du aus der Höhle und ihm hinterher, bevor er gänzlich das Weite suchen kann.

Fast ist er schon um die nächste Ecke verschwunden. Doch deine Wut verleiht dir Flügel und so sprintest du die 100 Meter bis zu ihm in neuer Bestzeit. Zum Glück scheint der Geist wirklich Rücken zu haben, sonst wäre er mit seiner luftig-leichten Gestalt sicher längst über alle Berge geschwebt.

„Hiergeblieben!“ brüllst du so laut, dass der Geist sich die Finger in die Ohren steckt und fast taub stehen bleibt.

Langsam dreht er sich zu dir um.

„Aua“, schimpft er und verzieht das Gesicht. „Geht es vielleicht etwas leiser? Meine Gehörgänge sind nach der langen Zeit in der Lampe sehr empfindlich!“

„Sorry! „, entgegnest du schlagfertig, „als die samtweichen Stimmen verteilt wurden, habe ich wohl geschwänzt!“

Ein Elfchen zum Flaschengeist.
Elfchen und Bild sind ebenfalls von Nicole

© Nicole Isermann, 16.11.2022

Weitererzählt von Sabine Scholze

Und hier ist mein Ende der Geschichte.

© Sabine Scholze, 16.11.2022

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